Dienstag, 2. Dezember 2014

Die letzten Wochen...

Es war einiges los in den letzten Wochen. Wir alle hatten uns viel vorgenommen, was wir in unserer Freizeit alles erledigen wollten, doch manchmal kommt man einfach zu nichts. Deshalb kommt dieser Blogeintrag jetzt auch als Zusammenfassung über mehrere Themen.


Veränderungen bei der Arbeit

Vor über zwei Wochen habe ich angefangen in einem anderen Bereich der Organisation zu arbeiten. Leider habe ich jetzt erst einmal keine Zeit mehr im Boardinghome mit meinen Mädels zu arbeiten, habe aber dafür mit Frauen zu tun.
Eine der fest angestellten Mitarbeiterinnen der Organisation ist nun für 3 Wochen zu einem Praktikum in einem anderen Bundesstaat Indiens und ich habe die Aufgabe bekommen, sie zu vertreten. Zum Glück wurden einige ihrer Aufgaben noch auf andere übertragen und ich habe immer jemanden, den ich um Unterstützung bitten kann. Die Einarbeitungszeit von einer Woche war auch eine gute Hilfe.

Ich arbeite nun im "graduates sewing centre", der Näherei unserer Organisation. Meine Aufgabe besteht darin, einen Überblick über die Produktion zu haben. Ich muss wissen, was die organisationseigene Boutique an Ware benötigt und was wir für die anstehenden Bestellungen produzieren müssen. Dafür gehe ich dann mit einer Inderin auch Material einkaufen und wir packen die Pakete für die Bestellungen gemeinsam ein. Es ist umfangreich, sehr interessant und es macht Spaß, mal etwas neues und anderes der Organisation kennen zu lernen.

Trotz der guten Vorbereitung sind mir in den ersten Tagen natürlich ein paar Fehler unterlaufen. Sogenannte Happy Maker wurden in die Boutique geschickt, obwohl sie für eine Bestellung waren, von der ich aber nichts wusste. Die haben wir dann wieder zurück bringen lassen. Ein Paket musste wieder geöffnet werden, weil zu wenig Flyer darin waren und ich hatte die Adressen in Kleinbuchstaben statt in Großbuchstaben geschrieben. Zum Glück alles Dinge, die wieder korrigiert werden konnten.
In meiner ersten Arbeitswoche ohne Anleitung schickten wir 5 Pakete los, für die ich auch die Rechnungen und Postformen schrieb. Wir gingen zwei mal shoppen (bald kenne ich alle guten Shops für Nähmaterialien), ich berechnete die Gehälter der Frauen und ich schaffte es gar nicht in der Boutique nach dem Rechten zu schauen. Das wurde dann am Wochenende nach dem Monatsmeeting erledigt.
Es war eine anstrengende und volle Woche, aber auch sehr interessant und spaßig. Die Frauen im Nähzentrum sind echt super lieb, nur etwas langsam. Santosh, meine coole Helferin, ist dagegen immer an Arbeit interessiert und kann fast nie still sitzen bzw. nichts machen. Das finde ich super, weil so wirklich etwas passiert und sie mich auch antreibt. Mit ihr macht es richtig Spaß, auch wenn sie nicht so gut Englisch sprechen kann und wir uns dadurch nicht immer verstehen.

Neuste Bilder von Katha:

Qualitätskontrolle





Diese Affen finde ich einfach mega cool!

Das ist Saloni die ich jetzt vertreten soll.

Diesen Store haben wir in unserem Innenhof aufgebaut, hier könnt ihr fast alles sehen,
was unsere Frauen produzieren.

11 Uhr gibt es meist Mittag. Ich esse dann immer später, denn ich habe ja erst gefrühstückt.


Santosh bei der Auswertung unseres Shoppingtrips

Sandhya näht Sterne für Weihnachten

Rashma musste sich erst mal schnell die Dupatta drüber werfen, vorher gibt es keine Fotos!

Priyanka - sie kann am besten Englisch

Direkt nachdem ich dieses Foto gemacht hatte, hat Rita sich ordentlich hin gesetzt, weil es so eben mehr nach ausruhen als nach arbeiten aussieht. Aber die Pfauen sind Kleinstarbeit und da kann man ruhig so sitzen!


Eine Hochzeit erleben

Letzte Woche war Isabell zu einer Hochzeit von einer Verwandten ihrer Schüler eingeladen und wir durften sie netterweise begleiten. Gefeiert wurde 5 Tage lang, wobei nur am 1., 3. und am 5. Tag wirklich was passiert. Am 2. und am 4. Tag wird dann ausgeruht, um am nächsten Tag wieder richtig feiern zu können. Ich war am ersten und am fünften Tag dabei.
Am ersten Tag wurden nur in der Familie der Braut gefeiert. Als wir eintraten wurden sie er wirklich freundlich begrüßt, aber trotzdem angestarrt. Wir wurden zu der Braut geführt und durften ihr gelbe Pampe ins Gesicht an die Hände und Füße schmieren. Danach ging es nach oben und wir wurden in ein Zimmer geführt, wo wir dann Essen bekamen. Später ging es dann wie üblich mit dem Tanzen los und uns wurde immer gesagt wir sollten üben. Uns war nicht ganz klar, was sie damit meinten, aber wir tanzten fröhlich mit den Frauen. Später erfuhren wir dann wieso. Wir durften wieder einmal vor allen Menschen vortanzen. Ich war nicht so erfreut und habe mich eher zurück gehalten. Als dann die Gruppe in Frauen und Männer geteilt wurden, war ich mit Spaß beim Tanzen dabei. Am nächsten Morgen, war ich jedoch ziemlich müde.
Am fünften Tag der Hochzeit findet erst die richtige Zeremonie statt. Dazu wurde auch ein Festplatz gemietet, auf dem dann beide Familien, Verwandte und Freunde des Paares zusammen trafen. Als wir ankamen war noch nichts weiter los. Es waren zwar schon viele Leute anwesend, die auch schon gut aßen, aber weit und breit war kein Brautpaar zu sehen. Wir setzten uns in die hintersten Stuhlreihen vor der Bühne, nachdem Arman und Monika uns begrüßt hatten. Nach und nach kamen immer mehr Menschen und auch um uns herum wurden es mehr. Viele Kinder kamen, um uns Hallo zu sagen oder Bilder mit uns zu machen, was mit der Zeit etwas nervig wurde. Das Essen mussten wir dann doch auch einmal probieren. Die Speisen gingen von scharf direkt zu süß über, aber es war sehr gut. Dann standen auf einmal Braut und Bräutigam auf der Bühne und überreichten sich gegenseitig große Blumenketten. Darauf folgte ein Fotoshooting, bei dem sehr viele ein Bild mit dem Brautpaar haben wollten. Auch wir machten ein Bild.
Dann passierte lange nichts mehr, außer einer Tanzeinlage von Isabell und Lydia.
Um Mitterrnacht herum wurde das Brautpaar in einer eindrucksvollen Zeremonie endlich verheiratet. Natürlich wurde das ganze in Hindi gehalten und wir verstanden nichts, aber es dauerte cirka 1 Stunde und es wurde sehr viel geredet. Komisch für uns war, dass kaum einer so richtig aufmerksam oder interessiert an der Zeremonie schien.
Was wir noch so über das Brautpaar erfuhren: es war natürlich eine arrangierte Ehe gewesen, aber die beiden schienen zumindest schon mal telefoniert zu haben oder haben sich sogar vorher schon mal gesehen. Wirklich kennen lernen werden sie sich aber jetzt erst.
Wir wurden dann in unseren Saris bzw. Rajasthani Dresses von 4 netten Männern auf dem Motorrad heim gefahren - das war auch mal eine lustige Erfahrungen, im Damensitz auf dem Motorrad zu sitzen.
Was auch sehr lustig war, dass die Hälfte der Frauen mit denen ich jetzt im "graduates sewing centre" zusammen arbeite auf dieser Hochzeit waren. Da habe ich gleich mal die Familienzugehörigkeit einiger Frauen und Schüler anderer geklärt. Das war auch sehr interessant.

Ein Bild mit dem Brautpaar. Leider nicht ganz so schön geworden.

Der Festplatz



Links ist Monika, eine Schülerin von Isabell, die uns immer alles erklärt hat. Rechts steht ihre Schwester Deepika, die bei mir im graduates sewing centre arbeitet. In der Mitte steht die Mutter von Arman, die eine der ersten Frauen bei Sambhali war. Die drei sind super liebe Menschen!


Die noch unverheiratete Braut

Bei der Zeremonie kann man schon mal telefonieren...

Sieben Runden, für sieben Wünsche


Ende unseres Hindi-Unterrichts

Wir hatten jetzt 3 Monate Hindi-Unterricht. Diesen bekamen wir von einem Lehrer, der in der Schule eigentlich Mathe und Naturwissenschaften unterrichtet. Als erstes lernte wir das Alphabet, welches 49 Buchstaben hat, wobei 13 davon Vokale sind. Das kann ich jetzt auch größtenteils lesen und schreiben, nur die weniger benutzen Buchstaben werfe ich noch etwas durcheinander. Danach ging es dann mit einfachen Sätzen los. Ich kann jetzt die Fragen und Antworten zu Namen und Wohlbefinden. Leider ging es dann weiter mit langweiligem Sätze auswendig lernen. Wir versuchten immer heraus zu bekommen, welches Wort was bedeutet und wie die Grammatik funktioniert. Leider war die Kommunikation mit unserem Lehrer auch nicht so einfach. Deshalb entschlossen wir uns nun auf eigene Faust zu lernen, weil alles auswendig zu lernen einfach zu langweilig ist, bzw. ich es auch einfach nicht machen werde. Wir haben von ihm zum Abschluss noch ein Schreibheft für die dritte Klasse bekommen, was ich voll lieb finde. Da werd ich jetzt schreiben üben und versuchen mit den Frauen und Mädels ein paar mehr Wörter zu lernen. Hoffentlich lerne ich noch bisschen mehr.

Unsere Hindiklasse, zwischenzeitlich ziemlich groß




Ja ich war bei den zwei Tests ein kleiner Streber...

...und hab alles richtig

Mein neues Schreibheft


Ein Nachmittag im Boardinghome

Einen Samstagnachmittag sollten Touristen das Boardinghome besuchen kommen. Wir erfuhren eine halbe Stunde davor, dass wir doch hin fahren sollten. Es wurde ein schöner Nachmittag, bei dem ich die Mädels mal wieder sehen konnte. Wir spielten ein Spiel, bei dem nach und nach jeder etwas vorführen musste. Eine sang, eine stellte etwas dar, die nächste sagte ein Gedicht auf und so weiter.
Hier ein paar Bilder davon.

Noshin sagte ein Gedicht auf...

...Vishnu stellte eine "Dorffrau aus der Wüste" dar...

...und Nisha tanzte schön.

Samstag, 15. November 2014

Suche nach Freiwilligen

Da ich ja in der Administrationsarbeit nach neuen Freiwilligen suchen soll, dachte ich mir, dass ich Plakate für die verschiedenen Möglichkeiten hier erstellen könnte. Hier könnt ihr meine Ergebnisse downloaden und auch gerne überall in Deutschland verteilen!

Plakate zum Downloaden

Erster Opernabend in Jodhpur

Letztes Wochenende gab die Opernsängerin Ekaterina Potego aus Österreich zwei Konzerte in Jodhpur. Wir hatten eine wunderschöne Abendveranstaltung im Fort, die sogar der Maharadscha besuchte und eine andere in einem Festsaal für alle Frauen des Trustes. Alle waren begeistert von der Show und wir lernten in zwei Tagen die zwei wichtigsten Personen Jodhpurs kennen: den Maharadscha und den Collector/ Bürgermeister von Jodhpur!
Außerdem wurde Lydia kurzerhand als ein zweiter Act im Programm eingespannt und spielte zwei sehr schöne Lieder auf dem Klavier.

(Übrigens war dies die erste Oper, die je im Fort stattgefunden hat)


Hier ein paar Impressionen von der Abendveranstaltung:





Der Maharadscha von Jodhpur, seine Frau, die Opernsängerin und unser Chef Govind

Montag, 10. November 2014

3 Städte, 2 Festivals und 1 Woche Ferien

In den letzten Wochen ist viel passiert - so viel, dass ich nicht einmal Zeit hatte meinen Blog oder Tagebuch zu schreiben.

Starten wir doch am Freitag den 17. Oktober 2014.
Die Mädchen hatten ihren ersten Ferientag und waren fleißig damit beschäftigt ihre Diwali-Hausaufgaben zu machen. Ab Dienstag sollten auch wir Freiwillige die Woche Ferien haben und dafür über das Wochenende und am Montag arbeiten. Die Mädchen sollten ihre ganzen Ferien über in Jodhpur bleiben. Sie hatten keine Erlaubnis vom Trust - das klingt hart, hat aber einige Gründe: die Fahrt müsste vom Trust bezahlt werden, viele Kinder würden Läuse mitbringen und sie würden sich in der kurzen Zeit wieder schlechte Manieren aneignen. Die Entscheidung stand fest und die Mädchen waren sehr traurig darüber. So entschieden sich Katrin, Jeremy und ich mit Renate und Fanny den Großteil der Ferien da zu bleiben.
Die anderen erstellen einige Workshops über die Erde, Kontinente, Transportmittel und Festivals in Europa, welche dann jeden Morgen gehalten wurden und allen gefielen. Nachmittags wurde erst das Lesen trainiert um dann noch eine Stunde in den Park zu gehen und zu spielen. (Ich lerne gerade wieder das Seilspringen)

Am 23. Oktober war dann der große Tag - Diwali.
Diwali ist das wichtigste Fest der Hindus, das Lichterfest. (Hindi, दीवाली, dīvālī „Anordnung von Lichtern“) Gleichzeitig ist es das Neujahr im Hinduismus. Wie es abläuft werde ich an meinen Erfahrungen zeigen.
Wir kamen am Morgen und machten erst eine kleine Bastelstunde, bei der schicke 3D-Sterne entstanden, auch wenn es bei einigen nicht so geklappt hat. Danach wurden wir geschmückt und zwar mit Henna an Händen und Füßen, bis dann der Van kam und es zum Mittagessen nach Hause ging.

Eine kurze Episode dazwischen:
Wir waren extra für Diwali am Wochenende noch einen Sari kaufen gegangen. Man bekommt dabei nur ein 7 Meter langen Stoff mit dem gewünschten Muster oder der schönsten Bestickung. Ca. 5 Meter davon werden als Rock und (ich bezeichne es jetzt mal als) Scherpe genutzt. Aus dem Rest des Stoffes entsteht dann die Bluse. Nachdem wir uns einen Sari, sowie einen passenden Unterrock geleistet hatten, ging es auf zu einem Schneider. Am Markt um den Clocktower wurden wir schnell fündig und der Mann versicherte uns, die Blusen bis Montag anzufertigen. Die Maße nahm er gewissenhaft und schrieb sich die Farben unserer Saris auf.
Am Montag wurden alle Blusen von Katrin und Katha abgeholt, die indische 5 Minuten warten durften - 40 Minuten. Ganz aufgeregt, probierten wir sie an und stellten fest das nichts passte. Zwei Tage bis Diwali und keine ordentliche Bluse. Ich hatte da noch ein bisschen mehr Glück als Katrin, denn meine war "nur" viel zu groß, ihre dagegen viel zu klein. Hilfesuchend gingen wir zu Mukta, die nach wenigen Minuten mit einer Frau telefonierte zu der wir dann noch am selben Abend fuhren.
Schlussendlich wurden unsere Blusen am Diwalinachmittag abgeholt. Meine wurde nur geändert und saß nun um einiges besser. Katrins Bluse ist komplett neu gemacht und echt schick. Wir waren echt froh darüber.


Nachdem wir nun also komplette Saris hatten, machten wir uns, noch in normale Sachen gekleidet, am späten Nachmittag auf ins Boardinghome. Begrüßt wurden wir von einer Blume aus buntem Pulver und kamen noch rechtzeitig um den Großteil der Vorbereitungen mitzubekommen. Wir sahen wie religiöse Zeichen und Bilder mit violetter Farbe auf den Steinboden gemalt wurden und sich später Lakshmis Fußstapfen durch das ganze Haus zogen. Zum Schluss wurden bestimmt einhundert Öllämpchen angezündet und innerhalb sowie außerhalb des Hauses verteilt. Es war eine wunderschöne Atmosphäre.
Die Mädchen halfen uns mit unseren Saris und wir alle wurden von Prija perfekt zurecht gemacht. Ich glaube, dass ich das nie alleine machen kann. Es ist schon ziemlich schwer.
Danach waren auch die Männer des Hauses da. Das Haus gehört Virendras Familie, dem Mann von Nirmala und besten Freund von Govind. Nirmala ist die Hausmutter, die über die Mädels wacht, Vertrauensperson aber auch Lehrerin ist. Von ihnen waren wir in die Familie eingeladen und durften bei den Gebeten dabei sein.
Es musste erst allen wichtigen Göttern, die um den kleinen Schrein im Schlafzimmer herum hingen, etwas von den Süßigkeiten angeboten und abgegeben werden, bevor man es selbst essen durfte. Danach wurden Familiengebete gesprochen und jeder bekam eine Wunderkerze (die Wunderkerzen hier sind so stark, dass ihre Funken gleich richtige Löcher in einen kleinen Teppich gebrannt haben) Danach durften auch noch die älteren Mädchen für ein kurzes Gebet ins Schlafzimmer bis es raus in die hell erleuchtete Nacht ging.
Jeder Hindu hatte sein Haus mit den Diwali-Öllampen (genannt Diya) geschmückt und die Meisten starteten nun mit dem Feuerwerk. Wir Deutschen hielten uns zurück, da wir Angst hatten uns mit den Böllern selbst in Brand zu setzen. Raketen werden zu Deutschland vergleichsweise wenig gezündet. Es kommt mehr Böller und Bodenfeuerwerk zum Einsatz.
Für Alfisha und Noshin war es das erste Diwali, da Moslems das normalerweise nicht feiern. Alle genossen es sehr und hatten Spaß beim starten der verschiedenen Feuerwerkskörper, obwohl wir es eher als sehr gefährlich ansahen.
Nach bestimmt einer Stunde Feuerwerk bekamen wir als Gäste zuerst etwas vom Festmahl. Nach uns aßen die Männer und zum Schluss die Frauen.
Am Ende des Abends machten wir noch ein kleines Fotoshooting, bei dem wir viel Spaß hatten, bis es dann nach Hause ging.
Es war ein echt schöner Abend!

Diya

Prija beim Zeichnen der Religiösen Zeichen


Die Mädels posen nur für das Bild. Eigentlich hat das auch Prija gemacht. Einfach wunderschön!



Das Bild von Katrin gefällt mir sehr.





FOTOSHOOTING!






Am Wochenende hatten Katrin und ich viel Spaß bei einem Trip nach Jaisalmer. Die Stadt ist die letzte vor dem Sperrgebiet zu Pakistan (200km von Pakistan entfernt) und liegt direkt in der Wüste Thar. Wir sahen das Fort, sowi die 7 Jaintempel. Alles auf sehr beengtem Raum im Gegensatz zu den Gebäuden die wir vorher schon gesehen hatten. Es war aber auch sehr interessant, wie man dann die detaillierte Pracht auf diese Fläche komprimieren konnte. Die alten Villen der früheren Kaufleute die auf der Gewürzstraße lebten, Havelis genannt, fanden wir nach langem suchen auch und bestaunten sie. Ansonsten sind wir viel im Bereich innerhalb der Fortmauern herum gestreift, sind viel glaufen und haben uns einfach umgesehen.
Hin und zurück sind wir mit dem Zug gefahren. Auf der Rückfahrt hatte unser Zug 6 Stunden Verspätung und hat dann auch noch 2 Stunden länger für die Strecke gebraucht. Auf dem Bahnhof zu schlafen war auch mal ganz interessant und wir konnten es zum Glück mit Humor nehmen.



Einer der vielen Götter der Jains im Tempel


Das Jaisalmer-Fort

Sonnenuntergang genießen


Nach einer Woche arbeiten haben wir das Wochenende darauf auch noch den governmental Bus ausgetestet, was eigentlich auch ganz in Ordnung war, aber vielleicht sind meine Anforderungen auch schon sehr weit unten angesetzt. Wir machten un auf einen lang geplanten Wochenendtrip nach Ajmer und Pushkar auf.
In Ajmer besichtigten wir nur die zwei Sehenswürdigkeiten. Einen Jaintempel, in dem eine Geschichte in Gold dargestellt war, sowie die Dargah Khwaja Sahib - eine Moschee, mit dem Dargah Sharif - einen der wichtigsten Heiligtümer für Moslems. Deshalb ist Ajmer auch die wichtigste Pilgerstadt für Molems. Sieben Pilgerreisen nach Ajmer werden gleich einer Hadsch nach Mekka gewertet. Deshalb war die Stadt auch sehr voll und man bewegt sich mehr in Menschenmassen fort als frei. Die Stadt an sich hat mir nicht gefallen, aber die Sehenswürdigkeiten fand ich irgendwie beeindruckend.
In der Mosche haben wir:
- die heilige Waschung von Füßen und Gesicht mit gemacht
- hätten an einer privaten Tour durch die Moschee teilnehmen können, hatten aber keine Zeit
- haben eine Rupie in die riesigen Sammelkessel geschnipst
- die Warteschlangen vor dem Heiligtum gesehen und wurden dann von zwei netten Polizisten durch unsere Hautfarbe an den Anfang gestellt und konnten es doch sehen

Der Jaintempel...

...und sein goldenes Inneres.

Es werden wirklich solche dicken Sachen verkauft. Wie kalt soll es denn werden?!

DIE Moschee


Am Abend ging es mit dem Bus nach Pushkar, wo wir es uns in unserem Garten auf dem Dach bequem machten.
Den nächsten Morgen machten wir uns auf, die Pushkar Camel Fair zu erleben - den größten Kamelmarkt Indiens, sowie ein gleichzeitiges Pilgerfest der Hindus, denn Pushkar ist wiederum eine wichtige Stadt für Hindus. Die Massen an Kamelen und Marwari-Pferden war überwältigend. Die Show rund um die ganze Sache vielleicht etwas tierunfreundlich.
Den heiligen See haben wir auch besucht und wurden natürlich gleich zu Gebeten gezwungen. Wir machten ihm klar, dass er kein Trinkgeld bekommen würde, was er am Anfang auch okay fand, danach aber aufdringlich wurde und uns mit schlechten Wünschen überhäufte.
Am nächsten Tag stiegen wir auf einen Tempelberg, um den Sonnenaufgang und die Stadt in einer schönen Atmosphäre zu erleben. Wir lernten auch zwei Deutsche kennen, mit denen wir dann einiges unternahmen.
Es war ein wunderschönes aber auch sehr anstrengedes Wochenende. Ich hoffe ihr könnt euch durch meine Bilder einen Eindruck über das Erlebte verschaffen.

   



Der Gewinner des Schmuckwettbewerbs

Blick vom Riesenrad über die Camel Fair


Tanzwettbewerb - sicher nicht sehr tierfreundlich


beim Abstieg vom Berg fotografiert.


Der heilige See in Pushkar